Am Sonntag, den 28. Juni, wurde die Feuerwehr Forth um 15:54 Uhr gemeinsam mit den Feuerwehren Eschenau und Frohnhof sowie dem Rettungsdienst zu einem gemeldeten Zimmerbrand (B3) in die Behringstraße alarmiert.
Bereits auf der Anfahrt war eine enorme Rauchentwicklung sichtbar. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte sich ein deutlich größeres Schadensausmaß als zunächst gemeldet: Ein rund 15 x 3 Meter großer Holzanbau, der sich über die Länge von fünf Garagen erstreckte und vollständig mit Brennholz gefüllt war, stand bereits im Vollbrand. Das Feuer hatte zudem auf die angrenzende Terrassenüberdachung sowie große Teile eines Reiheneckhauses übergegriffen. Im Dachbereich breitete sich der Brand bereits auf das benachbarte Wohnhaus aus. Aus sämtlichen fünf Garagen drang dichter Rauch.
Aufgrund der massiven Brandausbreitung, der enormen Hitzeentwicklung sowie der dichten Bebauung erhöhte Einsatzleiter Alexander Dorn die Alarmstufe umgehend auf B4. In der Folge wurden zahlreiche weitere Feuerwehren und Einsatzkräfte aus dem gesamten Landkreis nachalarmiert.
Nach einer ersten Erkundung wurde sofort die Brandbekämpfung von außen eingeleitet. Gleichzeitig gingen mehrere Atemschutztrupps im Innenangriff vor, um den Brand im Gebäude zu bekämpfen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Über die Drehleiter der Feuerwehr Eschenau erfolgte parallel ein Löschangriff von oben. Zur Unterstützung der Lageerkundung kam zudem die Drohne der Feuerwehr Forth zum Einsatz und lieferte der Einsatzleitung wertvolle Luftbilder zur Beurteilung der Schadenslage.
Zur Sicherstellung der Löschwasserversorgung wurde ein Pendelverkehr mit wasserführenden Fahrzeugen eingerichtet. Da das Hydrantennetz an seine Leistungsgrenzen stieß, mussten zusätzliche Schlauchleitungen von der Forther Hauptstraße zur Einsatzstelle verlegt werden. Hierfür war unter anderem eine Sperrung des Bahnverkehrs erforderlich.
Während des gesamten Einsatzes wurde die Einsatzleitung durch zahlreiche Führungskräfte der Kreisbrandinspektion unterstützt. Zeitweise befanden sich rund 200 Einsatzkräfte verschiedener Feuerwehren, des Rettungsdienstes, des Technischen Hilfswerks sowie weiterer Hilfsorganisationen an der Einsatzstelle.
Im weiteren Einsatzverlauf öffneten mehrere Atemschutztrupps die Dachhaut von innen, um versteckte Glutnester gezielt freizulegen und abzulöschen. Parallel dazu wurden umfangreiche Nachlöscharbeiten über die Drehleitern durchgeführt. In regelmäßigen Lagebesprechungen koordinierte die Einsatzleitung gemeinsam mit den beteiligten Führungskräften die weiteren Maßnahmen.
Die hochsommerlichen Temperaturen stellten die Einsatzkräfte zusätzlich vor erhebliche Herausforderungen. Insbesondere die körperliche Belastung der Atemschutzgeräteträger war enorm. Mehrere Einsatzkräfte mussten sich zwischenzeitlich im Rettungswagen erholen und wurden medizinisch betreut. Um die Einsatzbereitschaft dauerhaft aufrechtzuerhalten, wurden weitere Atemschutzgeräteträger aus dem gesamten Landkreis nachalarmiert.
Die Verpflegung der Einsatzkräfte übernahm das Bayerische Rote Kreuz. Hierfür stellte der Betreiber des örtlichen REWE-Marktes in Forth dem BRK kurzfristig und unkompliziert sämtliche benötigten Lebensmittel und Getränke zur Verfügung.
Ein besonderes Lob gilt außerdem der außergewöhnlichen Unterstützung durch die Bevölkerung. Zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner versorgten die Einsatzkräfte während des gesamten Einsatzes mit Getränken, Essen und sogar Eis. Es wurden Kuchen gebacken, sanitäre Einrichtungen zur Verfügung gestellt, Gartenstühle zum kurzen Ausruhen angeboten und Pavillons als Sonnenschutz aufgebaut. Gerade angesichts der hohen Temperaturen war diese Hilfsbereitschaft eine wertvolle Unterstützung und wurde von allen Einsatzkräften mit großer Dankbarkeit angenommen.
Eine für den Abend geplante Notdachsicherung konnte aufgrund einer aufziehenden Unwetterlage zunächst nicht durchgeführt werden. Das Technische Hilfswerk hielt hierfür vorsorglich eine Bergungsgruppe in Bereitschaft. Die Sicherung des Gebäudes mittels Notdach erfolgte schließlich am Folgetag. Hierzu kamen neben den Drehleitern der Feuerwehren Eschenau und Heroldsberg auch ein Autokran des Technischen Hilfswerks sowie Einsatzkräfte der Feuerwehr Forth zum Einsatz.
Die letzten externen Einsatzkräfte konnten gegen 23:00 Uhr aus dem Einsatz herausgelöst werden. Über Nacht stellte die Feuerwehr Forth eine Brandwache, um ein erneutes Aufflammen des Brandes auszuschließen.
Nach insgesamt 25 Stunden konnte der Einsatz beendet werden.
Die Feuerwehr Forth bedankt sich ausdrücklich bei allen eingesetzten Feuerwehren, Hilfsorganisationen, Behörden und Organisationen für die hervorragende, professionelle und jederzeit kameradschaftliche Zusammenarbeit.
Ein herzlicher Dank gilt außerdem dem REWE Markt Binder Eckental für die unkomplizierte Unterstützung bei der Versorgung der Einsatzkräfte.

Ein ganz besonderer Dank richtet sich an die Anwohnerinnen und Anwohner, die mit ihrer außergewöhnlichen Hilfsbereitschaft, ihrer Geduld und ihrer Unterstützung einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung dieses langwierigen Einsatzes geleistet haben.

 

Einsatz: 53/2026

 

(Bericht: Michael Leißner) 

Einsatzart: B4
Alarmierung:  Sirene, Tetra- Meldeempfänger
Einsatzbeginn: 28.06.2026 – 15:54 Uhr
Einsatzort: Forth, Behringstraße
Eingesetzte Kräfte: 31
Alarmierte Einheiten:   FF Forth, zahlreiche andere Feuerwehren, THW, Kreisbrandinspektion, Rettungsdienst, Polizei